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Ulrich Zeuge

Ulrich Zeuge
2. Vorsitzender "Europäischer Fachverband für Blendschutz an Bildschirmarbeitsplätzen"

Meine Aufgabe im ISG e. V. sehe ich darin, eine weitere Nahtstelle zu erzeugen. Es geht hier nicht um hell und dunkel oder warm und kalt, sondern um die richtige Lichtmenge, Lichtzusammensetzung, den (Sicht)Kontakt mit der Umwelt, die Vermeidung unnötiger Sonnenwärme und die Energieeinsparung im Winter. Dies alles im Bezug auf Fenster sowie Tages- bzw. Sonnenlicht.

Sonnen- und Blendschutz: Beurteilung über den Informationsstand

Der moderne Büroarbeitsplatz hat deutlich gezeigt, dass alles das, was im Handwerk und in der Industrie über Jahre gewachsen ist, nicht innerhalb von ein paar Jahren einfach aufgeholt werden kann. Gemeint ist der Schutz der Arbeiterinnen und Arbeiter an ihrem Arbeitsplatz.

Die Erkenntnis, dass sich durch die Einbindung einer guten Arbeitssicherheit Geld einsparen lässt, steht heute außer Zweifel. Leider greift diese Aussage (noch) nicht für das Büro. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen spielt die allgemeine wirtschaftliche Lage eine Rolle. Aber auch die Geschwindigkeit, in der sich der PC in der Arbeitswelt ausgebreitet hat, hat uns keine Zeit gelassen, uns darauf einzustellen. Die Probleme waren nicht vorhersehbar. Erst jetzt sind Arbeitsmediziner dabei, die Auswirkungen zu analysieren und die daraus gewonnenen Erkenntnisse auszuwerten.

Der Möbel- und Kunstlichtindustrie ist es mit viel Geld und bunten Prospekten gelungen, sich ihren Weg zu ebnen. Auch die Soft- und Hardwarefirmen haben es geschafft. Der Sonnen- und Blendschutz kämpft aber immer noch um seine Anerkennung. Planer, Bauherren und Architekten denken oftmals noch in alten Mustern. Hier muss mit der Aufklärung begonnen werden.

Durch den Einsatz moderner Büroeinrichtungen ist das Sonnenlicht leider in den Hintergrund gedrängt worden. Es gibt zwei Zustände in der modernen Architektur: Es ist zu hell oder zu dunkel. Das richtige und gesunde Mittelmaß wird nur selten getroffen.

Licht ist nicht nur der Grund, dass wir sehen, Dinge farbig und 3-dimensional erkennen können, es regelt auch unseren Hormonhaushalt. Licht ist Leben, Gesundheit und Lebensqualität. Es gibt kaum einen anderen Umwelteinfluss, der stärker in unseren Alltag eingreift. Rezeptoren im Auge bestimmen, wie wir uns fühlen und ob wir unsere tägliche Leistung erbringen können.

Sobald wir das Tageslicht ausgrenzen, bringen wir unseren Hormonhaushalt ins Ungleichgewicht. Bei der Bildschirmarbeit entsteht jedoch in einem mit Sonnenlicht durchfluteten Raum ein Kontrast, auf welchen sich unser Auge nicht einstellen kann. Das führt dazu, dass wir unsere Sitzhaltung verändern und unser Auge überanstrengen. Die Folgen sind das Office Eye Syndrom, Rückenbeschwerden und das Burning Out Syndrom. Hier helfen auch keine guten Büromöbel oder Leuchten. Dadurch kann es sogar noch verschlimmert werden.

Einen guter Sonnen- und Blendschutz ist eine Lösung, deren Investition sich schon nach kurzer Zeit amortisiert. Energieeinsparung im Sommer wie im Winter spielt hier genauso eine Rolle wie die gesteigerte Leistungsfähigkeit und der sinkende Krankenstand der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ganz abgesehen von den "versteckten" Kosten für Brillen und Medikamente.