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Die Summe ist mehr als ihre Teile Systemergonomie am Büroarbeitsplatz Längst ist das Thema Office-Ergonomie weithin bekannt. Aber umgesetzt wird der Gedanke bislang zu wenig. Es gilt nach wie vor, dass ein Arbeitsplatz nur so gut ist wie sein schwächstes Glied oder die schwächste Schnittstelle zwischen den einzelnen Gliedern. In der Praxis tauchen immer dort Schnittstellenprobleme auf, wo Einzelkomponenten angepasst werden müssen oder in Beziehung zu anderen Einzelkomponenten stehen. Die oft unsystematische additive Gestaltung eines Bildschirmarbeitsplatzes mit einzelnen - auch ergonomischen - Komponenten führt zu leistungsmindernden und gesundheitsgefährdenden Schnittenstellenproblemen. 
| Die Systemergonomie betrachtet den Arbeitsplatz als Ganzes, als Einheit aus gestellter Arbeitsaufgabe, den daran angepassten Arbeitsmitteln, dem Arbeitsumfeld und dem arbeitenden Menschen. Sie deckt die Schnittstellen auf, an denen Leistungsverluste entstehen und zeigt, wie sich diese auswirken und vor allem wie sie beseitigt werden können. Die Aufgabe der Systemergonomie ist es, aus vorhandenen Schnittstellen Nahtstellen zu machen. Denn systemergonomisch optimierte Arbeitsbedingungen steigern nachweislich Arbeitszufriedenheit, Leistungsbereitschaft und -fähigkeit. So trägt die Systemergonomie wesentlich zur Wirtschaftlichkeit bei. |
Produktergonomie ist nicht alles Ergonomie als Gütesiegel ist bei hochwertigen Produkten selbstverständlich geworden. Aber auch bei Billigware findet sich bereits der Hinweis, dass diese ergonomisch sei. Produktergonomie ist jedoch nicht mit Systemergonomie zu verwechseln. Der Grundgedanke der Systemergonomie lautet: „Der Arbeitsplatz ist mehr als die Summe seiner Einzelteile." Denn der modernste ergonomisch gestaltete Stuhl bringt nicht das Erhoffte, wenn etwa der Tisch zu hoch oder der Bildschirm zu nah am Auge ist, wenn also das Miteinander – das System – nicht stimmt. Systemergonomie als Schnittstellenoptimierung Ergonomisches Denken und Handeln muss über die klassische produktspezifische Ergonomie hinaus zur Schnittstellen- bzw. Systemergonomie erweitert werden. Dies hat nicht nur weitere Optimierungen einzelner Produkte zur Folge, sondern vor allem eine Veränderung der Schnittstellen zwischen dem Menschen und den Elementen von Arbeitsplatz, Arbeitsumfeld und Arbeitsorganisation hin zu Nahtstellen. Denn was ineinander greift, was zusammenpasst, reduziert einerseits Belastung und Beanspruchung und steigert andererseits Leistung, Kreativität und Wohlbefinden. Wegen seines ganzheitlichen Anspruchs beschäftigt sich die Systemergonomie zudem mit den Einflussfaktoren, die die Psyche des Menschen tangieren und belasten können wie Mobbing, Zeitdruck und viele andere Stressfaktoren, die dabei eine Rolle spielen. |  |
Die systemergonomische Abstimmung aller Elemente (Mensch, Arbeit und Technik) und die Durchführung gezielter Maßnahmen zur Teambildung stellt die dritte Dimension der Rationalisierung dar. Die vordergründige Fokussierung auf die Verhältnisse darf jedoch nicht über die zentrale Bedeutung hinwegtäuschen, dass auch am optimalen Arbeitsplatz der Mensch der wichtigste (Produktions-)Faktor ist und bleibt. Eine Investition in perfekte Produkte ist nur bedingt erfolgreich. Nur wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich umfassend informiert und geschult werden, wird sich das bezahlt machen.
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