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Der Mensch ist der wichtigste Faktor bei der Büroarbeit
Die Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 des Arbeitsschutzgesetztes bringt es nun an den Tag: Viele Büro- und Bildschirmarbeitsplätze entsprechen nicht den Anforderungen an eine gesundheits- und leistungsfördernde Gestaltung und weisen zum Teil erhebliche Mängel auf. 80 % der Bildschirmarbeitsplätze sind total veraltet, ermittelte der "Maschinenmarkt" in einer Umfrage.
Bei Unternehmen und Verwaltungen stoßen die vom Arbeitsschutzgesetz und der Bildschirmarbeitsverordnung geforderten Maßnahmen dennoch auf Unverständnis, denn es werden unnötige Investitionen und blanker Bürokratismus vermutet. Eigentlich erstaunlich, wenn man berücksichtigt, dass die gesetzlichen Regelungen lediglich europäischen Mindeststandard wiederspiegeln. Zudem scheint dabei vergessen zu werden, dass neben qualifiziertem Personal leistungsfördernde Arbeitsbedingungen die Voraussetzung für Qualität, Produktivität und Prozessstabilität in der "Büroproduktion" sind. Schließlich wird das Leistungspotential der Mitarbeiter im Büro aufgrund mangelnder Gestaltung von Arbeitsplatz, Arbeitsumfeld und Arbeitsorganisation zum Teil erheblich (bis zu 50 %) reduziert.
"Greifraumergonomie" und EDV haben zwar Produktivitätsfortschritte gebracht, gleichzeitig haben wir uns aber dadurch Defizite, besonders im Bewegungsbereich, eingehandelt, die sich inzwischen in erheblichen Kosten niederschlagen. Die anhaltende Diskussion um den Sinn gesetzlicher Vorschriften und die gesundheitskonforme Gestaltung von Arbeitssystemen im Büro zwingt zur Annahme, dass die meisten Kosten der Büroproduktion durch Ausstattung und Arbeitsmittel entstehen. Tatsächlich ist dieser Kostenblock im jährlichen Kostengefüge ein fast marginaler Bestandteil, gemessen an den anderen Hauptkostenanteilen. - Rund 80 % der Kosten sind Personalkosten,
- 10 - 15 % der Kosten entfallen auf Raum- und Gebäudekosten,
- ca. 4 - 8 % der Kosten entfallen auf Ausstattung und Arbeitsmittel.
Der Mensch ist der wichtigste Produktionsfaktor im Büro. Jede Maßnahme, die sich auf seine Arbeitsbedingungen, seine Gesundheit, seine Motivation und sein Wohlbefinden auswirken, wirken sich auch auf sein Leistungsvermögen und seine Effizienz aus. Leistungsverluste, die auf Rücken- und Nackenbeschwerden zurückgehen, nehmen in ihrer Bedeutung besonders stark zu. Schmerzen verursachen Arbeitspausen, Konzen-trationsmangel und Fehler. Eine menschengerechte Optimierung der Arbeitsplätze ist daher insbesondere aus wirtschaftlichen Überlegungen dringend erforderlich. Sie kostet weniger als 1 % der durchschnittlichen jährlichen Personalkosten.
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